Video von der Rede des Ministers zu den Thesen deutscher Netzpolitik
Passend zum 100. Geburtstag von Konrad Zuse hat Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière am 22. Juni im Deutschen Technikmuseum Berlin die Grundlagen für eine gemeinsame Netzpolitik der Zukunft formuliert. In seiner Grundsatzrede zeigte de Maizière die Rolle des Staates bei der weiteren Ausgestaltung des Internets auf und stellte anschließend 14 Thesen zur Diskussion. "Die Zeit des Staunens über das Internet und seine Wirkung ist vorbei", sagte de Maizière. Nun gelte es das Phänomen in seinem Facettenreichtum zu erfassen und Antworten auf dringende Fragen - vom Schutz der Privatsphäre über den Zugang zum Netz bis zur Datensicherheit - zu finden. Welche Antworten die Politik geben kann und soll, erläuterte de Maizière vor rund 100 Vertretern aus der Wissenschaft, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
"Bei allem, was wir tun, müssen und wollen wir uns an den Grundwerten unserer Gesellschaft orientieren", betonte de Maizière zu Beginn seiner Rede. Der Einzelne solle frei, selbstbestimmt und eigenverantwortlich handeln - auch in der digitalen Welt. De Maizière plädierte dafür, der Anwendung und Durchsetzung bestehenden Rechts Vorrang vor neuer Gesetzgebung zu geben. Erstens seien viele Phänomene des Internets durch das bestehende Recht bereits zufriedenstellend geregelt. Zweitens könne unsere Rechtsordnung nicht sofort für jede technische Neuerung geändert werden.
Die Rolle des Staates machte der Bundesinnenminister an drei Funktionen fest:
1. der Freiheits- und Ausgleichsfunktion
2. der Schutz- und Gewährleistungsfunktion sowie
3. der Angebots- und Innovationsfunktion
"Wir müssen zunächst einmal von einem Recht auf Persönlichkeitsentfaltung durch Kommunikation und soziale Teilhabe ausgehen", betonte de Maizière die Freiheitsgestaltung des Einzelnen. Klatsch und Tratsch im Internet seien erstmal nichts anderes als bei einem Kaffeekränzchen in der Offline-Welt. Wenn allerdings die Ausübung von Freiheitsrechten kollidieren, müsse der Staat im zivilrechtlichen Sinne eine Ausgleichsfunktion wahrnehmen. Anders als in der realen Welt werden Äußerungen im Internet nicht vergessen. "Ziel wäre ein Verfallsdatum, was ich an meine Daten anbringe", so der Bundesinnenminister. Die Kontrolle und Verfügungsgewalt über die eigenen Daten sei hier das entscheidende Stichwort. Unternehmen und Anbieter seien zudem gefordert, die Nutzung sicherer digitaler Identitäten voranzubringen.
Den Staat in der Verantwortung sieht de Maizière auch bei der Sicherstellung der Infrastruktur. "Das Internet muss für alle zugänglich sein und zuverlässig funktionieren", sagte de Maizière mit Blick auf die Bedeutung des Netzes für das Gemeinwesen. Aber auch die IT-Industrie und Diensteanbieter seien in der Pflicht, für mehr Sicherheit zu sorgen. In Hinblick auf das Innovationspotential des Internets betonte der Bundesinnenminister die Förderfunktion des Staates. Aber auch der Staat müsse technische Neuerungen aufgreifen, wie etwa im Bereich des eGovernments: "Hierzu eignen sich weit verbreitete Verwaltungsgeschäfte, die eine Erleichterung für Verwaltung und Bürger schaffen". Ein "Netzgesetzbuch" werde es allerdings nicht geben, zu vielschichtig und rechtlich unterschiedlich seien die Themen gelagert.
In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutierte de Maizière mit Vertretern aus der Wissenschaft, Initiativen, Verbänden und dem Beauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Peter Schaar, über seine Vorstellung zur Rolle des Staates im Internet. Konsens bestand bei den Teilnehmern darin, dass die Achtung hoher Sicherheitsstandards in der deutschen IT-Branche als ein Standortvorteil im internationalen Wettbewerb betrachtet werden könne. Angesprochen wurden auch die Herausforderungen bei der Umsetzung rechtlicher Beschlüsse mit Blick auf die internationale Dimension des Internets. "Das Internet ist jedoch nicht das erste internationale Phänomen, dem wir begegnen", sagte de Maizière. Die Devise lautet jetzt: "Mutig vorangehen und internationale Verbündete suchen".
Der Veranstaltung waren vier Netzdialoge vorausgegangen. In seiner Rede hat der Bundesinnenminister aus den Ergebnissen der Diskussionen ein erstes Fazit gezogen. Die 14 Thesen für eine gemeinsame Netzpolitik der Zukunft können ab sofort online auf dieser Plattform www.e-konsultation.de/netzpolitik/ von allen Interessierten über einen Zeitraum von vier Wochen diskutiert und bewertet werden.
Häufig gestellte Fragen
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Wann und wie lange läuft die Online-Beteiligung?
Die Gelegenheit zur Mitwirkung auf dieser Plattform wird in der aktuellen Dialogphase für die Dauer von Dienstag, 22. Juni bis Freitag, den 23. Juli 2010 angeboten.
Um eine konzentrierte Debatte zu ermöglichen, ist der Online-Dialog im Internet vorstrukturiert und wird von neutralen Moderatoren begleitet.
Sie können die 14 Thesen des Ministers mit "Pro", "Contra" oder "Neutral" mit einer Begründung bewerten. Ausserdem können Sie eine konkrete Idee zu den Thesen äußern, um Handlungsempfehlungen heraus zu arbeiten. "Ideen" anderer Teilnehmer können Sie kommentieren. Die Moderation wird Ihre Beiträge auswerten und die Dialogergebnisse auf der Internetseite kommunizieren.
Während des gesamten Dialog-Zeitraums freuen wir uns über Ihre Meinung zum Dialog "Perspektiven deutscher Netzpolitik". Wir nehmen Ihre Fragen und Anregungen gerne entgegen unter Lob & Kritik.
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Der bereits abgelaufene Teil der Online-Beteiligung (18. Januar - 28. Mai 2010), parallel zu den Diskussionsrunden des Bundesinnenministers hatte verschiedene Beteiligungsphasen:
Im gesamten Dialog-Zeitraum: Informieren, Fragen stellen und Lob & Kritik äußern
Ab dem Start am 18. Januar 2010 und begleitend zu den Veranstaltungen konnten Sie sich auf den Internetseiten informieren. Im Vorfeld der Veranstaltung kontten Sie Fragen stellen zu den Dialogveranstaltungen. Diese Fragen wurden durch die Moderation gesichtet, veröffentlicht und konnten von allen angemeldeten Teilnehmern bewertet werden. Die am höchsten bewerteten Top 3 Fragen wurden auf der Veranstaltungen diskutiert.
24. März - 11. April 2010: Moderierter Online-Dialog zu den Themen:
"Datenschutz und Datensicherheit" und "Internet als Mehrwert erhalten"
In der ersten moderierten Online-Diskussion zu den Dialog-Veranstaltungen, im Zeitraum 24. März – 11. April 2010, konnten Sie Ihre Meinung zu den Themen "Datenschutz und Datensicherheit" und "Internet als Mehrwert erhalten" äußern und andere Beiträge kommentieren.
11. Mai – 26. Mai 2010: Moderierter Online-Dialog zu den Themen: "Staatliche Angebote im Internet" und "Schutz der Bürger vor Identitätsdiebstahl und sonstiger Kriminalität"
In der zweiten moderierten Online-Diskussion im Anschluss an die Veranstaltungen, die im Zeitraum 11. Mai – 28. Mai 2010 stattgefunden haben, konnten Sie Ihre Meinung zu den Themen "Datenschutz und Datensicherheit" und "Internet als Mehrwert erhalten" äußern und andere Beiträge kommentieren.
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Was ist das Ziel dieses Beteiligungsangebotes?
Ziel der Beteiligung ist es, fachliche Ergänzungen sowie Bewertungen zu den Inhalten der Dialogveranstaltungen des Bundesministeriums des Innern sowie zu den Thesen des Bundesinnenministers zum Thema Netzpolitik zu bekommen. Die Ergebnisse der Beteiligung sollen in die Erarbeitung der zukünftigen Grundsätze der Netzpolitik des Bundesministeriums des Innern einfließen.
Ziele im einzelnen:
• Information, Dokumentation und Feedback auf die Dialogveranstaltungen,
• Vorbereitung der Dialogveranstaltungen des BMI durch Ergänzung der Leitfragen,
• Online-Diskussion der vier Themen der Dialogveranstaltung, Fragen und Hinweise sammeln als Vorschläge für die Netzpolitik des BMI
• Online-Konsultation zur Sammlung von Bewertungen und Kommentaren zu den 14 netzpolitischen Thesen des Ministers.
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Verantwortlich: Herr Dr. Michael Heut
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Fax: 030 - 200 540 26-99
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zebralog.de
Internet: www.zebralog.de
Verantwortlich: Daniela Riedel
Technische Umsetzung der Beteiligungsplattform:
Die Realisierung der Beteiligungsplattform erfolgt auf Basis des Open Source CMS-Framework Drupal,
Verantwortlich: Tobias Kneuker, ibotic.net
Unterstützt durch: NOW Solutions (Thomas Narres)
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