Zusammenfassung und Video von der letzte Runde des netzpolitischen Dialogs
Am 1. Juni fand in Berlin die letzte der vier Diskussionsrunden von Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière zu „Perspektiven deutscher Netzpolitik“ statt. Die Veranstaltung stand unter dem Thema „Schutz der Bürger vor Identitätsdiebstahl und sonstiger Kriminalität im Internet“. Der Bundesinnenminister diskutierte mit 15 Experten aus der Netzgemeinde, der Wirtschaft und Wissenschaft sowie aus der Zivilgesellschaft und von Behörden über digitale Gefahren und mögliche Schutzmaßnahmen. Die richtige Balance zwischen Freiheit und Sicherheit stand dabei im Mittelpunkt der Gespräche. In die Diskussion flossen auch Fragen ein, die Bürger zuvor online an die Teilnehmer der Diskussionsrunde gerichtet hatten.
Das Internet hält neben unzähligen Chancen auch Gefahren für den Nutzer bereit. Verschiedenste Formen der Online-Kriminalität beschäftigen heute die Strafverfolgungsbehörden. Neben den aus der realen Welt bekannten Straftaten wie Betrug oder Beleidigung nimmt der Diebstahl von digitalen Identitäten in der elektronischen Kommunikation einen großen Stellenwert ein. Was genau aber ist eine digitale Identität? Die Klärung dieser Frage bestimmte den ersten Teil der Diskussionsrunde. "Es ist entscheidend, wem wir die Handlung zuordnen können, die hinter einer Straftat im Internet steht", betonte de Maizière. In der digitalen Welt können sich Personen mehrere Identitäten zulegen. Das Profil in einem sozialen Netzwerk unterscheidet sich von dem in einem Internetauktionshaus, auch wenn sich der gleiche reale Nutzer dahinter verbirgt. Wenn sich Dritte unbefugt eine Identität verschaffen und damit Missbrauch betreiben, spricht man von Identitätsdiebstahl. "Das Phänomen lässt sich nicht nur auf das Verschaffen von Online-Banking-Zugangsdaten reduzieren", warnte der Präsident des Bundeskriminalamts Jörg Ziercke.
Übereinstimmung herrschte unter den Teilnehmern darin, dass das Problembewusstsein für diese Gefahren unter den Nutzern geschärft werden muss. Insbesondere junge Menschen müssten über mögliche Folgen von zu leichtfertigen Dateneingaben ins Internet informiert werden. Aufklärung gehe aber alle Alters- und Zielgruppen an - auch die so genannten Silversurfer. "Kriminalitätsbekämpfung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Auch der Nutzer muss hierbei mithelfen", betonte Gerhard Müllenbach vom Weißen Ring e.V.. Die Teilnehmer waren sich darin einig, dass sich eine Verantwortung aber auch für den Staat, die Provider und Unternehmen ergibt.
Kontrovers wurde erwartungsgemäß über das Thema Vorratsdatenspeicherung diskutiert. Während die Befürworter die verbesserten Möglichkeiten zur Aufklärung von Straftaten herausstellten und anschauliche Beispiele aus der Praxis lieferten, betonten Kritiker den Schutz persönlicher Daten. "Es geht nicht nur darum, eine EU-Richtlinie zu erfüllen. Wir müssen nun alle Erkenntnisse systematisch zusammentragen und über Schutzlücken diskutieren", betonte der Bundesinnenminister.
De Maizière zeigte sich insgesamt zufrieden mit dem Verlauf der vier Dialogveranstaltungen. „Wir haben Gespräche auf hohem Niveau geführt. An die Diskussionskultur des gegenseitigen Zuhörens wollen wir weiter anknüpfen“, resümierte der Minister. In den nächsten Wochen werden die Ergebnisse im Ministerium ausgewertet. Für den 22. Juni ist eine Veranstaltung geplant, bei der der Bundesinnenminister im Rahmen einer Grundsatzrede zur Netzpolitik erste Schlüsse aus den Gesprächen mit den Experten vortragen wird. Diese sollen anschließend im Rahmen einer Online-Konsultation mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern diskutiert werden.
Häufig gestellte Fragen
Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen über die Beteiligung "Perspektiven deutscher Netzpolitik" und die Regeln des Online-Dialogs. Weitere Fragen oder Anregungen zur Online-Beteiligung nehmen wir gerne entgegen. Nutzen Sie dazu bitte das Eingabeformular unter Lob und Kritik.
Wer kann mitmachen?
Es können sich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen und Institutionen beteiligen.
Wer betreut die Online-Beteiligung?
Diese Plattform wird von erfahrenen Moderatoren in Berlin begleitet (Zebralog). Fragen und Anregungen technischer oder organisatorischer Art zur Online-Beteiligung nehmen diese gerne unter Kontakt entgegen, die Antworten erscheinen unter Lob & Kritik. Weitere Informationen über die Betreiber dieser Plattform finden Sie im Impressum.
Was passiert mit meinen Beiträgen? Wird es eine Rückmeldung geben?
Es erfolgt eine Auswertung aller Beiträge. Die Beiträge der Online-Konsultation werden durch die Moderation an das BMI übermittelt. Nach Abschluss der Beteiligung wird ein Auswertungsbericht erstellt, der Ihnen auf dieser Plattform zum Herunterladen angeboten wird. Wenn Sie sich registriert und den Newsletter abonniert haben, werden Sie über die Ergebnisse auch per E- Mail informiert.
Wann und wie lange läuft die Online-Beteiligung?
Die Gelegenheit zur Mitwirkung auf dieser Plattform wird in der aktuellen Dialogphase für die Dauer von Dienstag, 22. Juni bis Freitag, den 23. Juli 2010 angeboten.
Um eine konzentrierte Debatte zu ermöglichen, ist der Online-Dialog im Internet vorstrukturiert und wird von neutralen Moderatoren begleitet.
Sie können die 14 Thesen des Ministers mit "Pro", "Contra" oder "Neutral" mit einer Begründung bewerten. Ausserdem können Sie eine konkrete Idee zu den Thesen äußern, um Handlungsempfehlungen heraus zu arbeiten. "Ideen" anderer Teilnehmer können Sie kommentieren. Die Moderation wird Ihre Beiträge auswerten und die Dialogergebnisse auf der Internetseite kommunizieren.
Während des gesamten Dialog-Zeitraums freuen wir uns über Ihre Meinung zum Dialog "Perspektiven deutscher Netzpolitik". Wir nehmen Ihre Fragen und Anregungen gerne entgegen unter Lob & Kritik.
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Der bereits abgelaufene Teil der Online-Beteiligung (18. Januar - 28. Mai 2010), parallel zu den Diskussionsrunden des Bundesinnenministers hatte verschiedene Beteiligungsphasen:
Im gesamten Dialog-Zeitraum: Informieren, Fragen stellen und Lob & Kritik äußern
Ab dem Start am 18. Januar 2010 und begleitend zu den Veranstaltungen konnten Sie sich auf den Internetseiten informieren. Im Vorfeld der Veranstaltung kontten Sie Fragen stellen zu den Dialogveranstaltungen. Diese Fragen wurden durch die Moderation gesichtet, veröffentlicht und konnten von allen angemeldeten Teilnehmern bewertet werden. Die am höchsten bewerteten Top 3 Fragen wurden auf der Veranstaltungen diskutiert.
24. März - 11. April 2010: Moderierter Online-Dialog zu den Themen:
"Datenschutz und Datensicherheit" und "Internet als Mehrwert erhalten"
In der ersten moderierten Online-Diskussion zu den Dialog-Veranstaltungen, im Zeitraum 24. März – 11. April 2010, konnten Sie Ihre Meinung zu den Themen "Datenschutz und Datensicherheit" und "Internet als Mehrwert erhalten" äußern und andere Beiträge kommentieren.
11. Mai – 26. Mai 2010: Moderierter Online-Dialog zu den Themen: "Staatliche Angebote im Internet" und "Schutz der Bürger vor Identitätsdiebstahl und sonstiger Kriminalität"
In der zweiten moderierten Online-Diskussion im Anschluss an die Veranstaltungen, die im Zeitraum 11. Mai – 28. Mai 2010 stattgefunden haben, konnten Sie Ihre Meinung zu den Themen "Datenschutz und Datensicherheit" und "Internet als Mehrwert erhalten" äußern und andere Beiträge kommentieren.
Kann ich mich auch anonym beteiligen?
Ja, alle Meinungen und Beiträge können auf dieser Plattform auch anonym abgegeben werden. Hierzu gibt es zwei Möglichkeiten: 1. Sie registrieren sich mit einem Pseudonym und E-Mail-Adresse, oder 2. Sie geben Meinungen und Beiträge ohne Registrierung als "Gast" ab und bleiben anonym. Zur Verwendung der Registrierungsdaten und zur Nutzung von Cookies lesen Sie bitte die Angaben unter Datenschutz.
Welche Regeln gelten für das Schreiben von Beiträgen?
Bitte beachten Sie bei beim Schreiben von Beiträgen die folgenden Dialogregeln. Die Moderatoren dieser Plattform sind dazu berechtigt, Beiträge oder Nutzerkonten zu sperren, wenn es zu schwerer oder wiederholter Missachtung der Regeln kommt.
Seien Sie respektvoll!
Denken Sie immer daran, dass Ihnen am anderen Ende des Computers Menschen gegenübersitzen, die, genauso wie Sie, respektvoll behandelt und ernst genommen werden wollen. Treten Sie für Ihre Meinungen und Interessen ein, aber verletzten Sie dabei weder die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch den Adressaten beim Bundesministerium des Innern.
Bleiben Sie sachlich und argumentieren Sie!
Fragen Sie sich immer, bevor Sie Ihren Beitrag einstellen, ob Sie das, was Sie schreiben, dem Empfänger auch ins Gesicht sagen würden. Beleidigungen, Bedrohungen, Schimpfwörter, rassistische, sexistische oder pornographische sowie andere strafrechtlich relevante Äußerungen sind nicht erlaubt. Denken Sie daran, dass bei schriftlicher Kommunikation die Gefahr von Missverständnissen besonders hoch ist. Vermeiden Sie daher doppeldeutige oder ironische Aussagen, um Missverständnisse zu vermeiden.
Bleiben Sie beim Thema!
Gegenstand dieser Online-Beteiligung ist die Netzpolitik des Bundesministeriums des Innern. Sehen Sie davon ab, themenfremde Beiträge zu schreiben. Bei themenverwandten Beiträgen stellen Sie bitte einen Bezug zum Gegenstand dieser Beteiligung her. Werbung für Produkte oder wiederholte inhaltsgleiche Eingaben sind nicht gestattet.
Streuen Sie keine Gerüchte!
Stellen Sie immer sicher, dass alle Informationen, die Sie zur Verfügung stellen, wahr sind, ehe Sie einen Beitrag abschicken. Außerdem sollte klar trennbar sein, was Ihre persönliche Meinung ist, was Sie von wem zitieren und was belegte Tatsachen sind.
Was ist das Ziel dieses Beteiligungsangebotes?
Ziel der Beteiligung ist es, fachliche Ergänzungen sowie Bewertungen zu den Inhalten der Dialogveranstaltungen des Bundesministeriums des Innern sowie zu den Thesen des Bundesinnenministers zum Thema Netzpolitik zu bekommen. Die Ergebnisse der Beteiligung sollen in die Erarbeitung der zukünftigen Grundsätze der Netzpolitik des Bundesministeriums des Innern einfließen.
Ziele im einzelnen:
• Information, Dokumentation und Feedback auf die Dialogveranstaltungen,
• Vorbereitung der Dialogveranstaltungen des BMI durch Ergänzung der Leitfragen,
• Online-Diskussion der vier Themen der Dialogveranstaltung, Fragen und Hinweise sammeln als Vorschläge für die Netzpolitik des BMI
• Online-Konsultation zur Sammlung von Bewertungen und Kommentaren zu den 14 netzpolitischen Thesen des Ministers.
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Verantwortlich: Daniela Riedel
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Unterstützt durch: NOW Solutions (Thomas Narres)
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